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Kurfürst-Ruprecht-Gymnasium
Neustadt a.d. Weinstraße

Vor dem Beginn der Weihnachtsferien, am 20.12.2017, begrüßten der Leistungskurs 12 von Frau Beutner und der Leistungskurs 13 von Frau Wehrle-Händle Dr. David Sirakov von der Atlantischen Akademie in Kaiserslautern am KRG. Die Atlantische Akademie wurde 1996 gegründet mit dem Ziel, das Zusammenleben von Amerikanern und Deutschen in Deutschland zu fördern.
Dr. David Sirakov studierte Schlagzeug und Politik - und bei seinem Vortrag verbindet der Dozent denn auch seine Studienfächer. Er fragt: Wie wirkt sich Musik auf die Politik aus? Zu Beginn wird den Schülern dargelegt, dass Politiker von der Meinung der Öffentlichkeit beeinflusst werden – ja, nur auf den Druck der Öffentlichkeit hin agieren und reagieren. Sirakov belegt zudem, dass die breite Masse leicht zu beeinflussen ist, was die Musik sich zu Nutzen mache.

Ein aktuelles Beispiel hierfür ist der Freestyle-Rap („The Storm“) des amerikanischen Rappers Eminem, worin er US-Präsident Donald Trump Rassismus, Überheblichkeit und fehlenden Respekt vor Kriegsveteranen vorwirft. Zudem kritisiert Eminem das Fehlverhalten Trumps nach den Vorfällen in Charlottesville, nach der Verwüstung Puerto Ricos durch einen Hurrikan und nach dem Amoklauf in Las Vegas. Er ruft seine Fans zum Boykott gegen Trump auf. Somit nimmt Eminem aktiv Einfluss auf seine Fans und legt seine politische Meinung offen dar.

 

Den oben genannten Rap kann man als Protest-Song bezeichen. Dieses Genre hat seinen Ursprung im 19. Jahrhundert, als Sklaverei und Frauenrechte die Hauptstreitpunkte der Gesellschaft waren („Go down Moses“). Im 20. Jahrhundert wurden in den Protestliedern Bürgerrechte, Rassismus und atomare Waffen kritisiert, später kamen Polizeigewalt und Kriege als Themen hinzu („Fuck the Police“`). Generell kann man bei politischer Musik zwischen patriotischen Songs (also bejahend), Wahlkampfsongs und eben den bereits erwähnten Protestsongs differenzieren.

Dr. David Sirakov zeigt durch seine lustige und nie langweilig werdende Art, dass die patriotischen Songs in den USA unter den Bürgern Einheit und ein Wir-Gefühl schaffen. Er sieht darin einen Vorteil der USA gegenüber Deutschland, wo dieser Rückgriff auf Geschichte und ihre Musik aufgrund der nationalsozialistischen Vergangenheit viel schwieriger, ja oft nicht möglich ist.

Ein extrem patriotischer US-Song aus dem Jahre 2002 ist von Roby Keith: „ Courtesy of the red, white and blue“. Der Sänger sieht sich selber als Teil der Armee und verharmlost den Krieg. In diesem Song, natürlich einen Country-Song, taucht der Amerikaner als Klischee auf.

Zu guter Letzt wird noch der Wahlkampf-Song behandelt. Das bekannteste dieser Lieder ist „Yes we can“aus dem Wahlkampf des früheren US-Präsidenten Barack Obamas, der auf Reden Obamas basiert. Viele bekannte Sänger und Artisten haben den Song aufgeführt.Weitere bekannte Lieder, die für Obama verfasst wurden, sind zum Beispiel „Better Way“ von James Harper oder „Only in America“. Während sich der ehemalige Präsident Obama an Unterstützung durch viele verschiedenen Stars aus allen Branchen und durch schwarze Berühmtheiten wie Beyonce oder Jay-Z erfreuen konnte, hat der amtierende President der Vereinigten Staaten von Amerika keine namhaften Unterstützer aus der Künstlerszene vorzuweisen.

Zusammenfassend kann man sagen, dass der auch der zweite Vortrag der Atlantischen Akademie bei uns am KRG interessant und informativ war. Für uns Schüler sind sie eine besondere Chance, auch von Themen zu hören, die bei uns in Deutschland nicht so präsent sind wie in den USA.