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Kurfürst-Ruprecht-Gymnasium
Neustadt a.d. Weinstraße

Gleich zu Beginn des neuen Jahres wurde dem Kurfürst-Ruprecht-Gymnasium eine ganz besondere Ehre zuteil: Am 11. Januar 2018 erhielt die Schule Besuch von dem amerikanischen Generalkonsul James W. Herman. Ca. 300 Oberstufenschüler hatten so die Gelegenheit, dem 57-jährigen Diplomaten sowohl private als auch politische Fragen zu stellen. Selbst die Schülerinnen und Schüler der 13. Jahrgangsstufe unterbrachen ihre Abiturvorbereitungen, um Mr Herman persönlich kennenzulernen.

Nachdem er bereits in Japan, China, Indien, Guatemala, El Salvador und Italien tätig war, leitet James W. Herman nun als Stellvertreter des US-Botschafters im Südwesten Deutschlands das weltweit größte amerikanische Konsulat in Frankfurt am Main – aufgrund des internationalen Flughafens von enormer Bedeutung für Amerikas Diplomaten und Agenten auf der ganzen Welt.
Durch die enge Zusammenarbeit unseres Gymnasiums mit der Atlantischen Akademie, die bereits mehrere Workshops an unserer Schule durchgeführt hat, wurde das KRG bewusst für den Besuch des Generalkonsuls ausgewählt.

Am Donnerstagmorgen wurden von der örtlichen Polizei strenge Sicherheitsvorkehrungen rund um das Schulgelände getroffen. Als der Generalkonsul um kurz vor zehn Uhr am Haupteingang vorfuhr, wurde er bereits von der Schulleiterin Frau Dr. Möller, Frau Beutner und Frau Werle-Hähnle sowie einigen Schülerinnen und Schülern erwartet. Die anfängliche Nervosität war schnell verflogen, als sich der sympathische Amerikaner mit den Worten „Please call me Jim“ vorstellte.

Nachdem die Big Band unter der Leitung von Carsten Wegner die Veranstaltung musikalisch eröffnet hatte, hieß unsere Schulleiterin den hochrangigen Gast willkommen. Schließlich übernahmen die Schülermoderatoren das Wort, die uns souverän durch das Programm führten und stellvertretend für die Schülerschaft Fragen stellten. James Herman, der mit seinem „Hawaii-Spirit“ und seiner offenen Art alle Anwesenden in seinen Bann zog, war nie um eine lockere Antwort verlegen. Sein herzliches Lachen und seine gute Laune waren ansteckend. Mit einer Vielzahl von persönlichen Anekdoten gewährte Mr Herman Einblicke in seine berufliche Tätigkeit und sein Privatleben. Nach einer ersten Fragerunde ergriff der Diplomat überraschenderweise selbst die Initiative. Ihm war es wichtig mit dem Publikum in den direkten Dialog zu treten.

„The relationship between America and Germany is the most important relationship America has.“ Sein Ziel für seinen dreijährigen Aufenthalt in Deutschland sei es, die transatlantischen Beziehungen zu stärken. Daher beantwortete er auch provokative Fragen zum neuen US-Präsidenten Donald Trump, seiner Flüchtlings- und Klimapolitik sowie Waffengesetzen in Amerika. Auch wenn sich der Generalkonsul immer sehr diplomatisch ausdrückte, ging er bei manchen Fragen auf sachte Distanz zu Donald Trump, beispielsweise im Hinblick auf die geplante Mauer an der Grenze zu Mexiko oder das Pariser Klimaabkommen.

James W. Herman zeigte großes Interesse an den Sichtweisen der Jugendlichen und appellierte an ihre Verantwortung im Hinblick auf die Gestaltung der Zukunft. Der gebürtige Texaner, der fließend Spanisch, Japanisch, Französisch, Chinesisch, Italienisch und Deutsch spricht, betonte mehrmals, wie essentiell es für das Verständnis der eigenen Identität und von anderen Kulturen ist, sich mit Sprachen und der Geschichte auseinanderzusetzen. Außerdem forderte er uns immer wieder dazu auf, anderen Menschen gut zuzuhören, kritisch zu reflektieren und uns eine eigene Meinung zu bilden. Respekt und Dialog seien der Schlüssel zu einem friedlichen globalen Miteinander.

Ein ganz besonderer Dank ergeht an Frau Beutner und Frau Werle-Hähnle, die Schulleitung sowie alle Mitwirkenden -insbesondere an die vier Moderatoren, die SV, Herrn Brasche und unseren Hausmeister Herrn Killet - die durch ihr Engagement diesen Besuch so einzigartig gestaltet haben. Nach diesem ereignisreichen Tag wird uns ein Satz von Mr Herman besonders in Erinnerung bleiben: „No matter where you go, people are people.“