Telefon 06321 / 499010   Fax 06321 / 4990123   Mail sekretariat@krg-nw.de

Kurfürst-Ruprecht-Gymnasium
Neustadt a.d. Weinstraße

Der Dirigent Christian Reif stieg auf das Podest. Im Saal kehrte Ruhe ein. Kurz darauf ertönten erste orientalische Klänge, dann setzte das ganze Orchester ein und wir wurden in eine völlig andere Welt entführt.

Wir, die Klasse 9b in Begleitung unseres Musiklehrers Herrn Sternberger sowie unserer Klassenlehrerin Frau Weisbrodt, befanden uns im Probenraum der Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz. Einige Stunden zuvor, am Morgen des 25.05.2016, waren wir gemeinsam aufgebrochen. Auf der Zugfahrt nach Ludwigshafen wurden erste Erwartungen ausgetauscht.  Am Gebäude der Staatsphilharmonie angekommen, mussten wir uns allerdings noch ein wenig gedulden, bis wir schließlich vom Intendanten des Orchesters, Prof. Michael Kaufmann, persönlich empfangen wurden. Er erzählte uns Einiges über die Entstehung und den Inhalt des Stückes „LIEDER AUS DER FREMDE“, das wir uns gleich anhören würden. Das Ziel dieses Musikprojekts ist es, bei Schülern mehr Verständnis für Flüchtlinge zu  wecken. Dazu wurden der türkische Komponist und Musiker Mehmet Cemal Yeşilçay und die Schauspielerin Anja Kleinhans engagiert. Gemeinsam entwickelten sie das Stück. Zwischen den Orchestereinlagen erzählte die Schauspielerin die Geschichte eines Flüchtlingsmädchens, das hofft, in Deutschland eine neue Heimat zu finden. Die Hoffnung, Sehnsucht und Angst dieses Mädchens spiegelt sich auch in der Musik wieder. Dabei spielt nicht nur die klassische Orchestermusik eine Rolle, sondern auch das Spiel auf typisch arabischen Instrumenten. Hierzu wurde die Staatsphilharmonie vom Pera Ensemble unter der Leitung von  Mehmet Cemal Yeşilçay begleitet. Instrumente wie die Rohrflöte oder das Kanun, das an eine liegende Harfe erinnert, überraschten uns mit ihren fremden Klängen. Als Metapher für die Integration verschmolzen hierbei die verschiedenen Kulturen auch musikalisch. Es fiel uns auf einmal ganz leicht, uns ein aktives Miteinander mit den Asylsuchenden vorzustellen. „LIEDER AUS DER FREMDE“ hat also bei unserer Klasse sein Ziel nicht verfehlt.

Nach ca. zwei Stunden war die Probe schließlich vorbei und berührt verließen wir das Gebäude. Auf der Rückfahrt unterhielten wir uns noch lange über das Erlebte. Alle sind in ihren Erwartungen übertroffen worden, selbst die weniger Musikbegeisterten unter uns waren positiv überrascht. Außerdem beeindruckte uns nicht nur das Konzert an sich, sondern auch die Orchesterarbeit. Die Musiker führen ihre Stücke für gewöhnlich nach weniger als einer Woche Proben auf, während wir mit unserem Schulorchester ein halbes Jahr dafür brauchen.

Insgesamt war der Probenbesuch ein tolles Erlebnis und wir bedanken uns herzlich bei Herrn Sternberger und der Staatsphilharmonie, die uns dies ermöglicht haben.