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Kurfürst-Ruprecht-Gymnasium
Neustadt a.d. Weinstraße

Manchmal wird man auf Umwegen zu seinem Traumjob geführt. So war es auch bei Pascal Keller, der am 07.05.2018 mit seinem „Berufsfindungs- und Persönlichkeitstraining“ mit Unterstützung von Herrn Manuel Keller den ersten Teil eines vierstündigen Seminars für Oberstufenschüler leitete. 20 Schülerinnen und Schüler aus den Jahrgangsstufen 11 und 12 hatten sich an diesem sonnigen Montagnachmittag versammelt, um sich auf das Leben nach dem Abitur vorzubereiten. Neben dem Vortrag von Herrn Keller, für den das KRG als Pilotschule dienen durfte, bestand das Seminar auch noch aus den Blöcken „Stipendium“ und „Lebenspraktisches für den Alltag nach dem Abitur“.

Doch zunächst lauschten alle gespannt, wie Herr Keller von seinem eigenen Werdegang berichtete: Nach dem Abitur habe er zunächst nicht gewusst, welchen Beruf er ausüben wolle. Auch die Berufsberatung konnte ihm bei seiner Entscheidung nicht helfen, sodass er sich schließlich für ein duales BWL-Studium entschied. Allerdings merkte er bald, dass dies kein Berufsfeld war, das ihn auf Dauer glücklich machen würde, sodass er sich nach dem Bachelor dazu entschied, für ein Jahr nach Mexiko zu gehen. Dort unterrichtete er ein Fach, das Schüler auf die Berufswahl vorbereiten solle, und erkannte dabei, dass dieses „Berufsfindungs- und Persönlichkeitstraining“ seine wahre Leidenschaft war. Heute besteht sein Beruf genau daraus, Schüler in ihrer Berufswahl zu unterstützen. Herr Keller ist daher froh, diese mutige Entscheidung getroffen zu haben, nach Mexiko zu gehen – und genau deshalb hat er uns seine Geschichte auch erzählt: Er will Schüler darin bestärken, ihren eigenen mutigen Weg zu gehen, um einen Beruf zu finden, „der sie von innen zum Strahlen bringt“.

Dazu entwickelte Herr Keller ein vierstufiges Konzept, dessen Kernaussagen wie folgt lauten: „Kenne deine Stärken – Baue Selbstvertrauen auf – Entwickle dein Zukunftsbild – Handle mutig“. In den folgenden zwei Stunden konnten wir selbst aktiv werden und diese vier Stufen „erklimmen“, in dem wir uns Gedanken über unsere Stärken machten oder zum Beispiel unser eigenes Zukunftsbild zeichneten. Unterstützt wurden diese Übungen immer von Herrn Kellers eigenen Erfahrungsberichten, so habe er beispielsweise, um mutiger zu werden, eine „30-Tage-Mut-Challenge“ durchgeführt, bei der er jeden Tag über seinen Schatten gesprungen ist und eine seiner Ängste überwunden hat.

Nach diesem sehr inspirierenden Vortrag folgte nach einer kurzen Pause Frau Brohms Beitrag über Stipendien. Sie hatte nämlich erfahren, dass jedes Jahr Stipendien verfallen, weil sich nicht genügend Interessenten bewerben. Dabei läge die Erfolgsquote bei einer Bewerbung bei 41%, einen Versuch sei es also auf jeden Fall immer wert. Zunächst räumte Frau Brohm dabei mit dem gängigen Vorurteil auf, Stipendien seien nur etwas für Einserschüler. Anschließend erfuhren wir etwas über die Arten der Förderung eines Stipendiums – neben finanzieller Unterstützung beim Lebensunterhalt oder für Auslandsaufenthalte spielt nämlich auch die ideelle Förderung immer eine große Rolle – und über den Ablauf einer Bewerbung. Schließlich stellte Frau Brohm uns auch noch einige Stiftungen wie die Studienstiftung des Deutschen Volkes oder die Stiftung der Deutschen Wirtschaft vor und erklärte den Unterschied zwischen den einzelnen Stiftungen, die z.B. parteinah, wirtschaftsnah oder auch kirchlich sein können. Je nach Kategorie komme es dann bei einer Bewerbung nicht in erster Linie auf die Noten, sondern vor allem auf soziales oder politisches Engagement an. Um uns besser informieren zu können, erhielten wir zum Schluss noch Einiges an Infomaterialien, bevor Herr Häublein von der Debeka mit seinem Vortrag „Lebenspraktisches für den Alltag nach dem Abitur“ den Abschluss machte.
Während dieses Programmpunkts wurde uns klar, dass mit der Unabhängigkeit auch viele Verpflichtungen kommen, wie beispielsweise das Risiko- und Vorsorgemanagement, zu dem auch das Zahlen von Versicherungsbeiträgen gehört. Dabei lernten wir auch etwas über die Unterschiede von privater und gesetzlicher Versicherung.

Nach dem Erhalt unserer Teilnahmezertifikate ging dann ein sehr informativer Nachmittag zu Ende. Es war eine schöne Erfahrung, Berufsvorbereitung einmal als so locker zu erleben. Im Namen aller Teilnehmer möchte ich mich daher bei den Referenten bedanken und kann sicherlich für alle sprechen, wenn ich sage, dass ich nun einen besseren Überblick über all die Möglichkeiten habe, die sich nach dem Abi eröffnen, und daher zuversichtlicher in die Zukunft blicken kann.