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Kurfürst-Ruprecht-Gymnasium
Neustadt a.d. Weinstraße

Mit welcher Strategie wappnet sich die Bundeswehr gegen Cyberattacken, wie steht der Koran zum Religionskrieg und warum gibt es in Berlin Straußberg eine Vielzahl an Bahnhöfen, aber nur eine gute Bar? Als einer von insgesamt 121 Schülerinnen und Schülern aus der ganzen Bundesrepublik hatte ich vom 22. bis zum 27. März 2016 während der 51. young leaders Akademie im Informationszentrum der Bundeswehr in Berlin Straußberg die Möglichkeit, mich mit solchen und vielen anderen Fragen zu beschäftigen.

Die Teilnehmenden zeichneten sich alle durch ihr Engagement aus. So sind viele in der Schülervertretung oder als Schülersprecher tätig, engagieren sich in der Flüchtlingshilfe oder sind Sprecher einer Jugendpartei. Positiver Nebeneffekt war daher, dass man um das Schließen wunderbarer Bekanntschaften und Freundschaften quasi nicht herumkam. Von Anfang an herrschte eine lockere, witzige Atmosphäre mit regem Austausch und spannenden Gesprächen.

Einen großen Teil der Akademie nahmen unterschiedlichste Vorträge von renommierten Dozenten in Anspruch. Dabei ging es etwa um die „Quellen und Dimensionen der Menschenwürde“ oder die Frage „Was unterscheidet den Mensch vom Tier?“. Aber auch hochaktuelle Themen, wie „Zukunftsstrategien für das 21. Jahrhundert“ oder „Ethik und Vertrauen – Verteidigung in Sicherheitsorgane“, einen Vortrag des stellvertretenden Sprechers des Bundesministeriums für Verteidigung Kapitän zur See Christian Dienst, wurden lebhaft in umfangreichen Diskussionsrunden erörtert. Zuerst führte der Vortrag in das jeweilige Thema ein und die Teilnehmer konnten sich per Handzeichen in eine Frageliste eintragen lassen, um in Anschluss offen gebliebene Fragen zu klären. Für den Fall, dass der Wissensdurst noch nicht gestillt war, kam es in den Abendstunden meist noch zu kleineren Diskussionsrunden mit den Vortragenden, die besonders beim Thema „Islam“ mit dem Islamprofessor Carsten Polanz gut besucht waren.

Für alle, die nach geistig weniger anspruchsvollem Ausgleich suchten, waren die Abende immer wieder zur freien Verfügung. Daher habe auch ich mich des Öfteren entschieden, einen Abstecher nach Straußberg zu machen. Doch bereits am ersten Abend fiel uns auf, dass es nur das „Caliente“, eine schöne Karibikbar, zu geben schien, die sich im Laufe der Akademie aber zur Stammbar aller Teilnehmenden entwickelte. Lebhafter Austausch über sprachliche Eigenheiten der unterschiedlichsten Dialekte und Diskussionen über Traditionen beim Alkoholkonsum standen hier auf der Tagesordnung.

Zum Programm der Akademie gehörte zudem auch der 148. jugend presse kongress, der uns Teilnehmern die Chance gab, Interviews zu führen, einen Film zu drehen oder für die Kongresszeitung zu schreiben. Auch hier standen bedeutende Persönlichkeiten zu Verfügung, die vorher in 15-minütigen Statements Stellung zu einem bestimmten Sachverhalt genommen hatten. Dabei ging es etwa um „Medien in der Zukunft“ und „Die Gründung eines StartUps“. Zuvor waren alle Teilnehmer von Profijournalisten, etwa vom „Bayrischen Rundfunk“, der Zeitung „Die Welt“ oder vom „ARD-Hörfunk“, mit der Arbeit eines Journalisten vertraut gemacht worden. Hierbei sollten wir erfahren, wie Interviews richtig geführt werden, Artikel eingeleitet werden oder wie die Bundespressekonferenz abläuft. Am Ende bekam jeder Teilnehmer ein Exemplar der Kongresszeitung und eine Ausführung des entstandenen Akademiefilms.

Die nächsten zwei Tage verbrachten wir alle in einem von vier verschiedenen Workshops. Hier konnte jeder zwischen „Benimm und Etikette“, „Körpersprache“, „Mimik-Resonanz-Training“ und „Verhandlungstraining“ wählen. Ich habe den „Benimm und Etikette“-Workshops besucht, der uns auf ein Vorstellungsgespräch, ein Essen mit dem Chef oder einen Empfang beim Diplomatischen Dienst vorbereiten sollte und uns über Schlechtigkeiten wie zu kurze, weiße Socken im Anzug oder die falsche Reihenfolge beim Händeschütteln aufklärte.

Im Anschluss an die Akademie gab es noch eine Exkursion zur Gedenkstätte Berlin-Hochschönhausen, der ehemaligen „Untersuchungsanstalt“ des Ministeriums für Staatssicherheit in der DDR, mit einer eindrucksvollen Besichtigung, die von Zeitzeugen geleitet wurde.