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Kurfürst-Ruprecht-Gymnasium
Neustadt a.d. Weinstraße

Dienstag, 28.5.2019 -- Abfahrt Böbig 18.00 Uhr, Beginn Mannheim 19.30 Uhr Rückkehr Böbig 22.45 Uhr

Ein gescheiterter Rebell ist er, dieser Hans Schnier, der sich als tourender Clown selbst ins Abseits verfrachtet. Halb überzeugt, halb trotzig fristet er sein Nomadendasein in bundesdeutschen Hotelzimmern – lieber das, als Industriellensohn sein und seine Kinder katholisch erziehen lassen, wie seine große Liebe Marie es wollte. Schnier ist einer, der das Glück nur als Außenstehender zu ertragen scheint.
Heinrich Böll zählt zu den wichtigsten Intellektuellen der Nachkriegszeit. »Ansichten eines Clowns«, seine Abrechnung mit der konservativen, christlich geprägten BRD der 1950er Jahre, wurde zum internationalen Erfolg. Besondere Popularität genießt Böll bis heute in Russland, wo die orthodoxe Kirche noch immer eng mit dem Staat verknüpft ist. Für den russischen Regisseur Maxim Didenko ist es vor allem der Blick des Clowns auf die Wirklichkeit, die Bölls Betrachtung der Welt so einzigartig macht. Aus der Kunstform der Clownerie, die anarchisch und wahrhaftig zugleich ist, entwickelt er eine neue performative Sprache zwischen Tragik und Komik. »Ansichten eines Clowns« ist seine erste Regiearbeit in Deutschland.

Pressestimmen:

„Mit der Vielfalt seiner Einfälle könnte Maxim Didenko vermutlich mehrere Inszenierungen bedienen. Doch hat man sich erstmal auf die Vitalität dieser explosiven Theaterform eingestellt, auf all die Videobilder, dynamischen Abläufe, auf den expressiven Druck, dem sich die vorzüglichen Schauspieler aussetzen müssen, dann spürt man auch die Unbedingtheit und Notwendigkeit dieser Anstrengungen. Christoph Bornmüller ist Hans Schnier, der Clown, ein verzweifelter und einsamer Rebell, der an seiner Unzulänglichkeit, aber auch an der Heuchelei seiner Umwelt scheitert. Neben Rocco Brück als Theologiestudent Leo Schnier überzeugen auch die weiteren Ensemblemitglieder Boris Koneczny, Robin Krakowski, Viktoria Miknevich und Patrick Schnicke. Sie alle, zum Teil in verschiedenen Rollen, unternehmen eine gemeinsame Reise in die Vergangenheit […]“ (Mannheimer Morgen, 1.4.2019)