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Kurfürst-Ruprecht-Gymnasium
Neustadt a.d. Weinstraße

Am 19.10. (Freitag) haben wir den ersten "Extraklasse"-Termin im Nationaltheater in Mannheim. Wir sehen "Judas" (Informationen zum Stück und zum Schauspieler siehe unten). Wir fahren ab Böbig um 18.32 Uhr und sind ca. gegen 23.00 Uhr wieder zurück. Für Neulinge der Extraklasse findet eine Einführung um 18.00 Uhr im Eingangsbereich des KRG statt.

Am 30.10. (Dienstag) sehen wir im Rahmen der "Extraklasse plus" im Saalbau in Neustadt "Hexenjagd" von Arthur Miller. Das Stück beginnt um 20.00 Uhr. Um 19.00 Uhr findet eine Einführung zum Stück im Saalbau im Beethovensaal statt. Die Kartenausgabe erfolgt im Vorraum des Saalbaus von 19.30 bis 19.45 Uhr oder in Herrn Nosbüschs Büro (Raum 16) ab 28.10.

 

Judas - Monolog von Lot Vekemans

„Denn dieser sollte ihn verraten: einer der zwölf“, heißt es über Judas, den Mann, der als Verräter von Jesus Christus zu trauriger Berühmtheit gelangen sollte. Aber kennen wir die ganze Wahrheit? Vielleicht ließe sich die Geschichte auch anders erzählen, als Dienst eines Freundes nämlich, der Jesus half, seinen Plan in die Tat umzusetzen: zu sterben und damit unsterblich zu werden. Zwei Freunde und ein Deal – und die angenommene Bestechungsgabe, dreißig Silberlinge.

In Lot Vekemans Monologstück schildert Judas die Ereignisse aus seiner Sicht. Er ist ein Selbstdarsteller, ein moderner Performer, der uns überzeugen möchte. Musste er nicht den Messias verraten, um Gottes Heilsplan durchzusetzen? Denn konnte nicht erst der Opfertod Jesu die Menschheit erlösen? War alles Vorbestimmung oder doch freier Wille oder gar eine Verkettung unglücklicher Zufälle? Lot Vekemans ist eine der wichtigsten Stimmen der niederländischen Gegenwartsdramatik. Ihre Stücke werden auch in Deutschland mit großem Erfolg gespielt.

Den Judas spielt in diesem Monologstück Samuel Koch. Samuel Koch, Jahrgang 1987, studierte Schauspiel an der HMTM in Hannover und schloss 2014 das Studium ab. Als Ensemblemitglied am Staatstheater Darmstadt von 2014 bis 2018 spielte er u. a. Hauptrollen in »Faust« und »Prinz von Homburg« und wurde von »Theater heute« als bester deutscher Nachwuchsschauspieler nominiert. In der Serie »Sturm der Liebe« und dem Kinofilm »Honig im Kopf« hatte er Gastrollen. In »Draußen in meinem Kopf« gibt Koch sein Debüt in einer Kinohauptrolle. Er ist Autor der Bücher »Zwei Leben« und »Rolle vorwärts«, welche zum Spiegel-Bestseller avancierten. Samuel Koch unterstützt u. a. die Deutsche Stiftung Querschnittlähmung und »wings for live«, die internationale Stiftung für Rückenmarkforschung. Regelmäßig hält er Lesungen und Vorträge für Unternehmen oder kirchliche Veranstalter. Ab der Spielzeit 18/19 ist er festes Ensemblemitglied am Nationaltheater Mannheim.

Hexenjagd - von Arthur Miller

"Hexenjagd" behandelt mit der Hexenverfolgung des 17. Jahrhunderts in Amerika zwar einen historischen Stoff, die Zusammenhänge zwischen religiösem und politischem Fanatismus werden aber vom Autor bewusst auch auf seine Gegenwart – die Kommunistenhatz des berüchtigten Senators McCarthy in den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts – bezogen. Die Überraschung: Über 60 Jahre nach der Uraufführung ist "Hexenjagd" thematisch plötzlich wieder sehr aktuell. Garantierte und selbstverständlich gewordene Rechte und Errungenschaften werden durch Trump/Erdoğan/Orbán/Kaczyński als Nachfolger des US-Senators McCarthy und dessen Jagd auf „subversive Elemente“ zunehmend außer Kraft gesetzt.

Worum geht es? Für den Zustand pubertierender Mädchen, die nach einem nächtlichen Tanz im Wald sonderbar reagieren, gibt es im puritanischen Salem des 17. Jahrhunderts nur eine Erklärung: Teufelswerk. Man ruft den bekannten Hexenspezialisten Pastor Hale zu Hilfe. Bei den von ihm geleiteten Verhören geben die Mädchen als Ausrede an, verführt und verhext worden zu sein. Sie merken schnell, dass sie der Strafe entgehen können, wenn sie andere der Teufelsbuhlerei beschuldigen. Und so denunzieren sie munter drauf los, bezichtigen unliebsame Gemeindemitglieder und genießen ihre neu gefundene Macht. Eine Hexenjagd beginnt. Als dann aber die junge Abigail vor dem von Richter Danforth eigens einberufenem Hexengericht die Frau des Bauern John Proctor der Hexerei anklagt, hat sie eine Grenze überschritten. Bis allerdings klar ist, dass sich hinter Wahn und Massendenunziation nur eigennützige Ziele verbergen, werden einige Unschuldige hingerichtet…

Mit seiner außergewöhnlichen Bühnenwirkung und den messerscharfen Charakterporträts bis in die kleinste Nebenfigur hinein ist Millers Stück auch heute noch ein Lehrstück über jegliche Art von Massenhysterie und politisch bzw. religiös motivierte Wahnvorstellungen. In „The Crucible“ (übersetzt „Schmelztiegel“) führt Miller exemplarisch vor, wie leicht ein demokratisches System durch Intoleranz, Ignoranz und Fanatismus mit den Mitteln seiner eigenen Ordnungs- und Rechtsdisziplin ausgehebelt werden kann. Zu Recht gehört „Hexenjagd“ immer noch zu den erfolgreichsten und meistgespielten Dramen des Autors.