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Kurfürst-Ruprecht-Gymnasium
Neustadt a.d. Weinstraße

Am 11.12.2017 können die Extraklasse-Teilnehmer „Homo faber“ von Max Frisch in einer Bühnenfassung sehen. Abfahrt ist am Böbig um 17.30 Uhr, Beginn der Vorstellung in Mannheim ist 19.00 Uhr, die Rückkunft am Böbig erfolgt um 22.15 Uhr.

„Ich glaube nicht an Fügung und Schicksal, als Techniker bin ich gewohnt mit den Formeln der Wahrscheinlichkeit zu rechnen. Wieso Fügung?“ (Walter Faber)

Walter Faber ist ein Vernunftmensch, ein Macher. Er glaubt sein Leben vollkommen im Griff zu haben. Doch als er in einem Passagierflugzeug über der Wüste von Tamaulipas, Mexiko notlanden muss, beginnt für ihn eine abenteuerliche Reise, die sein Leben aus den Fugen geraten lässt. Er begibt sich mit Herbert, den er im Flugzeug kennenlernt und der der Bruder seines alten Freundes Joachim ist, nach Guatemala. Dort finden sie Joachim tot vor und bestatten ihn. Da Walter dienstlich nach Paris muss, beschließt er spontan eine Schiffsreise zu unternehmen. Er lernt auf dem Schiff die junge Sabeth kennen, ohne zu wissen, dass sie seine Tochter ist. Sabeth wurde von Hanna, Walters Jugendliebe, und Joachim großgezogen, nachdem Faber Hanna verlassen hatte, um beruflich ins Ausland zu gehen. Sabeth und Walter verlieben sich, doch was glücklich beginnt, endet in einer Tragödie von antikem Ausmaß.

 

Mit seinem 1957 veröffentlichten Roman Homo faber stellt Max Frisch Technik und Mythos nicht als Gegensätze gegenüber, sondern zeigt sie als komplementäre Bildnisse einer Weltauslegung. Er stellt die alles überdauernde Frage nach der Schuld menschlichen Handelns und setzt Walter Faber immer wieder dem Schicksal aus.

Georg Schmiedleitner inszeniert die Bühnenfassung des Romans.

Pressestimmen:
„Georg Schmiedleitner offenbart mit seinem Blick auf Max Frischs Homo faber am Nationaltheater Mannheim (NTM) Sinn für Gebärden, Arrangements und begeisternde Spannung. […] Eine famos agierende Viererbande, die Schmiedleitner immer wieder, behutsam choreographiert, in den großen von Florian Parbs mit wenigen Gegenständen ausgestatteten Bühnenraum schickt. […] So holt die Tragödie alle ein: Den sehend gewordenen Ödipus Walter Faber ebenso wie Elisabeth, von Michaela Klamminger wunderbar offen und quirlig gespielt.“ (Mannheimer Morgen, 10. November 2014)
„Georg Schmiedleitner macht aus der Romanvorlage eine bildstarke Bühnenparabel über den modernen, sich selbst verfehlenden Mensch. […] Zeitlich ist das alles in den 1950er Jahren belassen: Boris Koneczny, Michael Fuchs, Jacques Malan und Reinhard Mahlberg in grauen, lässig-weiten Anzügen, dazu Hut und Hosenträger, Michaela Klamminger als Sabeth in jugendlich beschwingten Kleidchen, Almut Henkel in strengem Schwarz. Als fließende Traumgeschichte zaubern sie das Ganze auf die Bühne, einzelne Momente wie mit einem Teleobjektiv herausvergrößert. Immer wieder gelingen eindringliche Bilder von abgründiger Dringlichkeit, komisch ist es manchmal auch. […]
Da ist die Mannheimer Inszenierung dann doch ganz heutig, wo der gestresste, am Leben und an sich selber vorbeirasende Berufsjetsetter alltäglich geworden ist.“ (Die Rheinpfalz, 10. November 2014)